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Siggi & Sissy-Loch-Stiftung
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Projekte

Viele Menschen versammelt um einen LKW im Camp.
Medico International
By: Stiftung
In: Förderungen
Nov 27, 2014

2014-11   Syrien, Libanon, Irak und Türkei: Nothilfe für Flüchtlinge

Der Bürgerkrieg ist Syrien hat sich im Laufe der Jahre zu einer immer größeren humanitären Katastrophe entwickelt, mit unzähligen Opfern und Hunderttausenden Menschen auf der Flucht. Viele haben angesichts der verzweifelten Lage in benachbarten Staaten Zuflucht gesucht. Die Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international arbeitet mit zivilen einheimischen Partnern zusammen, die die Verhältnisse  vor Ort genau kennen. In Syrien, in Kurdistan, im Irak und im Libanon leisten diese Partner Hilfe in allergrößter Not für die Menschen, die vor der Gewalt fliehen.

So unterstützt medico nun schon seit mehreren Jahren libanesische Partnerorganisationen, die in den Camps Ein el Hilweh und Mieh Mieh bei Saida syrische Flüchtlingsfamilien mit dem Nötigsten versorgen und medizinische Hilfe leisten. Doch auch innerhalb Syriens gibt es dramatische Flüchtlingsbewegungen. Besonders zugespitzt hat sich die Lage im Norden des Landes durch das gewaltsame Vorrücken der IS-Milizen. Im Camp Newruz am Rande von Dêrik, der kurdisch-aramäischen Stadt im syrischen Rojava, überwintern 5.000 Flüchtlinge, vor allem yezidische Familien, denen die Flucht vor dem Terror der IS aus dem Irak gelang. Auch hier versucht medico mit seinen Partnern den Menschen beiseite zu stehen und sie angesichts des herannahenden Winters zumindest mit Zelten, Nahrung und Kleidung zu versorgen. All das passiert in einem Umfeld, in dem die Menschen und die gesamte demokratische Entwicklung im kurdischen Rojava durch den IS-Terror existenziell bedroht sind.

Rojava, der kleinste Kanton der kurdischen Selbstverwaltung in Syrien, Symbol eines friedlichen Zusammenlebens fernab ethnischer und konfessioneller Zuschreibungen, ist fast vollständig eingekesselt. Durch die Angriffe des IS wurde auch das städtische Krankenhaus in Kobanê zerstört, in dem die von medico unterstützte Blutbank untergebracht war. Der Häuserkampf zwang fast die gesamte Zivilbevölkerung zur Flucht. Allein im Landkreis von Pîrsûs sind rund 50.000 Menschen in Camps der kurdischen Stadtverwaltung untergebracht. Auch hier braucht es alles, was in der kalten Jahreszeit das Überleben sichert. medico international finanziert die Anschaffung eines Krankenwagens, der in der Region Kranke und Verletzte transportiert. In das belagerte Kobanê, in der sich noch viele Zivilisten aufhalten, werden Medikamente geliefert.

Die Siggi & Sissy-Loch-Stiftung unterstützt über die medico international die wichtigen Aktionen vor Ort.

 

Frau, die im Camp Wäsche wäscht.

Sewi Rasho Ali, 36 Jahre alt, Êzîdin, ist Anfang August 2014 mit ihrem Ehemann und den sechs gemeinsamen Kindern vor dem „IS“ aus Borek (Region Shingal im Nordirak) geflüchtet. Die ersten sechs Tage verbrachten sie in den Bergen, wo sie vergeblich auf Hilfe von der Peschmerga warteten. Am Fuß des Berges trafen sie schließlich auf YPG-Einheiten, die sie ins Flüchtlingscamp Newroz bei Dêrik brachten.